Gemeindeanlass Nachhaltige Entwicklung & Austauschplattform N+L

Biodiversität im Siedlungsraum

Freitag, 26. Juni 2026 von 8:45 bis 15:30 im Kursaal Bern

Herzlich willkommen

Die Biodiversität ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Ihr verdanken wir Nahrung, sauberes Wasser und Luft, Kleidung, Energie, Baustoffe, Medikamente sowie reizvolle und bewohnbare Landschaften. Im Siedlungsraum bieten vielfältige Natur und naturnahe Freiräume nicht nur wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sie haben auch positive Auswirkungen auf das psychische und physische Wohlbefinden und steigern damit die Lebensqualität der Menschen.

Früher waren Siedlungen meist eng mit der noch weitgehend extensiv landwirtschaftlich genutzten Umgebung verflochten sowie mit Gärten und Obstgärten durchsetzt. Seit über 100 Jahren verzeichnet der Siedlungsraum jedoch einen stetigen Rückgang an Naturnähe. Die Versiegelung der Böden und die Siedlungsverdichtung reduzieren das Angebot und die Qualität der Lebensräume, Infrastrukturen erschweren die Vernetzung von Siedlungszentren mit dem Umland, was die Bewegungen von Arten und den genetischen Austausch behindert. Heute ist die biologische Vielfalt stark bedroht und der Klimawandel beschleunigt das Artensterben zusätzlich.

Trotzdem besteht im Siedlungsraum grosses Potenzial zur Förderung der Biodiversität in der Aufwertung und der Vernetzung bestehender Grün- und Lebensräume. Die Gemeinden verfügen dabei über vielfältige Möglichkeiten. Erfolg verspricht ein koordiniertes Vorgehen von Politik, Planung, Bauwirtschaft und Zivilgesellschaft unter der Nutzung möglichst vieler Synergien, z. B. mit der Anpassung an den Klimawandel. Am Anlass liegt der Fokus auf der Vernetzung im Rahmen der ökologischen Infrastruktur sowie auf dem ökologischen Ausgleich im Siedlungsraum.

Abgerundet wird das Programm mit der Präsentation von Angeboten des Kantons für Gemeinden in verschiedenen Bereichen mit Bezug zur Biodiversität im Siedlungsraum, wie Raumplanung, Klimawandel und Nachhaltiger Entwicklung.

Anmeldeschluss ist der 19. Juni 2026.

Programm

Eintreffen / Kaffee

Begrüssung und Einführung

Ökologische Infrastruktur

Inputreferat
Barbara Schlup, Hintermann&Weber

Was ist ökologische Infrastruktur? Was sind «Kerngebiete», «Schwerpunktgebiete», «Potenzialgebiete» und «Vernetzungsgebiete»? Was beinhaltet die kantonale ÖI-Planung, was nicht? Und was bedeutet sie für die Gemeinde? Das Inputreferat klärt diese Fragen und zeigt auf, welche Konzepte der ÖI zugrunde liegen und wozu sie genutzt werden kann.

Praxisbeispiel Muri b. Bern
Corinne Vonlanthen, Gemeinde Muri

Die Gemeinde Muri bei Bern hat als Pilotgemeinde die Ökologische Infrastruktur auf kommunaler Stufe erarbeitet. Das Praxisbeispiel zeigt auf, wie Muri bei der Festlegung der Achsen zwischen Trocken- und Feuchtlebensräumen sowie für Wildtiere vorgegangen ist.

Pause

Ökologischer Ausgleich im Siedlungsraum

Inputreferat
Ursula Boos, Monbijourecht

Die Förderung der Biodiversität in den Siedlungsgebieten ist eines der Ziele der Strategie Biodiversität Schweiz (SBS) und im Aktionsplan 2025-30 als Massnahme aufgenommen. Gibt es dafür aber auch eine rechtliche Grundlage? Das Referat erläutert, was ökologischer Ausgleich gemäss Art. 18b Abs. 2 NHG im Siedlungsgebiet bedeutet, wo die Spezialgesetzgebungen weitere Bestimmungen enthalten und inwiefern wir uns als Behörde darauf stützen können, wenn wir Massnahmen ergreifen bzw. verlangen wollen.

Praxisbeispiel Worb
Samuel Kappeler, Büro Kappeler

Über ein Biodiversitätskonzept verfügen heute bereits einige Gemeinden. Worb hat die Förderung der Biodiversität auf dem Gemeindegebiet zusätzlich in ihrem Richtplan Landschaft, im Freiraumkonzept und in der Verordnung zur Biodiversitätsförderung verbindlich geregelt.

Spotlight AUE / AGR / ANF

Tobias Andres, Raymond Beutler und Pascale Affolter

Das Amt für Umwelt und Energie, das Amt für Gemeinden und Raumordnung sowie die Abteilung Naturförderung des Amts für Landwirtschaft und Natur informieren über Aktuelles aus dem Kanton und weitere spannende Themen mit Bezug zur Biodiversität im Siedlungsraum.

Stehlunch

Workshop 1: Umsetzung ökologische Infrastruktur im Siedlungsraum

Barbara Schlup, Corinne Vonlanthen und Pascale Affolter

Der Workshop zeigt auf, wie Gemeinden auf Basis vorhandener Daten und von lokalem Wissen ohne grossen Aufwand ein Zielbild für die ökologische Infrastruktur im Siedlungsraum formulieren können, welches als Grundlage für die Ausrichtung der Siedlungsentwicklung und für die Festlegung verbindlicher Vorgaben z.B. in Bau- und Zonenordnungen dient.

Workshop 2: Empfehlungen Musterbestimmungen – Biodiversität in der kommunalen Planung

Samuel Kappeler, Büro Kappeler

Mit den Empfehlungen für Musterbestimmungen stellt das BAFU den Gemeinden eine Arbeitshilfe zur Integration der Biodiversitätsförderung in die kommunalen Rechts- und Planungsgrundlagen zur Verfügung. Der Workshop zeigt anhand von Beispielen auf, wie solche bau- und planungsrechtlichen Vorschriften formuliert und umgesetzt und die Biodiversität in der Siedlungsentwicklung und bei der Beurteilung und Bewilligung von Bauprojekten berücksichtigt werden können.

Ende der Veranstaltung

Zielpublikum: Exekutiv- und Kommissionsmitglieder sowie Verwaltungsangestellte. Sie können sich, ganz nach Ihren Bedürfnissen, für den ganzen Anlass oder nur für einzelne Teile anmelden.

Pro Gemeinde können mehrere Personen am Anlass teilnehmen. Anmeldeschluss ist der 19. Juni 2026.

Ort und Anreise

Kursaal Bern

Kornhausstrasse 3
3013 Bern

Anreise mit dem Öffentlichen Verkehr
Mit dem öffentlichen Verkehr können Sie die Tramlinie 9 nehmen: Sie fährt vom Bahnhof Bern (Kante B) bis zur Tramhaltestelle Kursaal.

Anreise mit dem Auto
Per Auto ist der Kursaal über alle gängigen Wege erreichbar. Sie können der vom Navigationssystem/Google Maps vorgegebenen Route folgen. Wählen Sie dazu Kursaal Parking als Ziel.

Von der hauseigenen Tiefgarage mit 240 Parkplätzen führt Sie der Lift direkt in den Kursaal Bern. Bitte beachten Sie die beschränkte Anzahl an Parkplätzen im Quartier.

GPS
46.9527915 °N / 7.4481958 ° E